2 Promotionsstellen "Herausforderung Sozialstaat", HU Berlin

CFP
Datum: 
Montag, 15. Juli 2013 (ganztägig)
Teilprojekt: 
Kontaktmail: 
Deadline: 
Montag, 15. Juli 2013 (ganztägig)

Am Lehrstuhl für Geschichte Westeuropas und der Transatlantischen Beziehungen der Humboldt Universität zu Berlin sind im Teilprojekt „Herausforderung Sozialstaat“ des BMBF-Projektes „Saisir l’Europe“ zum 1. Dezember 2013 für einen Zeitraum von drei Jahren zwei Doktorandenstellen (50%) zu besetzen. Die Eingruppierung erfolgt nach E13 TV-L.

Die Forschungsgruppe „Herausforderung Sozialstaat“ ist Teil des deutsch-französischen Verbundprojektes „Saisir l’Europe/Europa als Herausforderung“. Vor dem Hintergrund anhaltender ökonomischer und politischer Krisen hat es sich dieses Projekt zur Aufgabe gemacht, in einer disziplinäre und nationale Grenzen überschreitenden Zusammenarbeit Europa neu und anders zu denken: nicht als etwas Gegebenes, sondern als Herausforderung für Politik, Gesellschaft, aber auch die Sozial- und Geisteswissenschaften (für weitere Informationen siehe http://www.saisirleurope.eu).

Die hier ausgeschriebenen Stellen sind im Bereich der Arbeitsgruppe „Herausforderung Sozialstaat“ angesiedelt, die die Transformationsdynamiken der europäischen Wohlfahrtsstaaten nach 1945 untersucht. Sowohl die Bereiche der Sozial-, Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik, als auch Alterssicherung, Gesundheits- und Bildungswesen sind von fundamentalen Veränderungen betroffen, was tiefgreifende Folgen für das gesellschaftliche Zusammenleben und die Organisation demokratischer Legitimation hat. Der Prozess der europäischen Integration hat auf ganz unterschiedlichen Ebenen die Frage der „Europäisierung“ sozialer Phänomene und institutioneller Dynamiken in den Fokus gerückt und Frage nach Geschichte und Zukunft sozialer Sicherheit und Daseinsfürsorge in Europa neu belebt. Ein besonderer Schwerpunkt der Forschungsgruppe liegt in diesem Zusammenhang auf dem Problem des Alterns der europäischen Bevölkerungen sowie damit implizit verbundenen Fragen der Generationen- und Geschlechtergerechtigkeit.

In der interdisziplinären Forschungsgruppe können Dissertationsprojekte aus allen Bereichen der Geistes- und Sozialwissenschaften angesiedelt werden. Die historischen und aktuellen Umbauprozesse der europäischen Sozialstaaten seit 1945 zum Ausgangspunkt nehmend, sollten mögliche Arbeiten idealerweise eine oder mehrere der folgenden Thematiken aufnehmen:

-          Die Verschiebung der Grenzen zwischen öffentlicher und privater Solidarität (Auswirkungen sozial(wissenschaftlicher) Kategorie-Bildung auf öffentliches Handeln; Auswirkung des Wandels familiärer und intergenerationeller Beziehungen auf sozialstaatliche Institutionen; Privatisierung sozialer Sicherheit (vom „welfare state“ zu „welfare market“, etc.)

-          Die Dynamiken sozialer Konflikte und deren Auswirkungen auf demokratische Legitimationsgrundlagen europäischer Sozialpolitik (Die soziale Konstruktion der „Krise“ des Wohlfahrtstaates von dem Hintergrund der Globalisierung; Inklusion/Exklusion sozialer Gruppen in wohlfahrtstaatliche Institutionen, etc.)

-          Die Frage nach der Konvergenz national geprägter Sozialstaaten in Europa und die Erfassung von Zirkulations- und Transferprozessen (in Hinblick auf Akteure, Institutionen und Harmonisierung sozialpolitischer Instrumente/Modelle/Strategien; (von Interesse hier auch die Rolle internationaler Organisationen), etc.)

-          Verlagerung von Vorsorgeverantwortung von der kollektiven auf die individuelle Ebene (Aneignung sozialer Zuschreibung/Kategorisierung und Selbstverwirklichungschancen  der Betroffenen (z.B. im Rahmen der flexicurity); Wandel der Beziehungen zwischen den „street-level bureaucrats“ und den Empfängern sozialer Transferleistungen, etc.).

Da der Schwerpunkt des Gesamtprojektes „Europa als Herausforderung“ vor allem auf europäischen Transformationsprozessen liegt, werden Forschungsvorhaben, die dieser Dimension (in vergleichender Perspektive oder in Hinblick auf einzelne EU Mitgliedsländer) Rechnung tragen, ausdrücklich ermutigt.

Im Sinne des Gesamtverbunds ist die Ausrichtung der Forschungsgruppe interdisziplinär, teamorientiert und europäisch-international. Der kontinuierliche Austausch mit den Kolleg/innen des französischen Partnerprojekts, sowie mit den Kolleg/innen der beiden anderen Teilprojekte, „Urbane Gewalt“ und „Nachhaltigkeit“, sind fester Bestandteil der Arbeit. Eine kontinuierliche Präsenz in Berlin ist unerlässlich.

Bewerbungsvoraussetzungen

- abgeschlossenes Studium in den Geistes und Sozialwissenschaften (beispielsweise Soziologie, Ethnologie, Politikwissenschaft, Geschichte, Sozialgeographie), das in der Regel nicht länger als zwei Jahre zurückliegt

- die Vorlage eines Promotionsprojekts im skizzierten Themenfeld „Herausforderung Sozialstaat“

- sehr gute Sprachkenntnisse in Französisch, Deutsch und Englisch (mind. zwei der Sprachen aktiv)

- Bereitschaft zur Arbeit in einem interdisziplinären und multinationalen Team

- Bereitschaft zur Übernahme organisatorischer Aufgaben in der Forschungsgruppe

- EDV-Kenntnisse und Bereitschaft zur webbasierten Kommunikation

- Präsenz am Projektort; Bereitschaft zu phasenweiser internationaler Mobilität

Bewerbungsunterlagen (einzureichen als ein einziges PDF-Dokument per Mail)

- Anschreiben

- tabellarischer Lebenslauf

- Skizze des Promotionsprojektes (5-10 Seiten, verfasst auf deutsch, französisch oder englisch)

- Gutachten von einer/m Hochschullehrer/in oder gegebenenfalls des Betreuers der Promotion

- Zeugnisse

Bitte schicken Sie Ihre vollständige Bewerbung bis zum 15. Juli 2013 entweder per Post an Frau Prof. Dr. Gabriele Metzler, Humboldt-Universität zu Berlin, Philosophische Fakultät I, IfG, Geschichte Westeuropas und der transatlantischen Beziehungen, Unter den Linden 6, 10099 Berlin, oder in  einem einzigen PDF-Dokument an eichenbj@hu-berlin.de

Permanente URL: http://www.saisirleurope.eu/node/4499

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