Arbeitspapier der Forschungsgruppe Sozialstaat

Working paper
Forschungsgebiete: 
Sozialstaat
Autor_innen: 
Heike Wieters
Karim Fertikh

Arbeitspapier der Forschungsgruppe Sozialstaat

Saisir l’Europe, April 2014

(Vorläufige Version von Karim Fertikh &  Heike Wieters)

 

Wissenschaftliche Thematik der Gruppe: Die Transformation des Sozialstaats seit 1945

Das thematische Netzwerk untersucht die Entwicklung der europäischen Wohlfahrtsstaaten nach 1945, wobei der Forschungsschwerpunkt vor allem auf Institutionalisierungsprozesse und konkrete Akteure auf der Mikroebene gelegt werden soll. Das Ende des Zweiten Weltkrieges, Beginn und Ende des Ost-West-Konfliktes, die europäische Integration sowie beschleunigter gesellschaftlich-institutioneller Wandel auf ökonomischer, politischer, sozialer und kultureller Ebene haben die europäischen Sozialstaaten erkennbar geprägt und beeinflusst (Kaelble 2004; Vogel 2013; Bezes 2009). Transformationen im Bereich der Sozial-, Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik sowie der Alters- und Gesundheitsvorsorge (kurz, der kollektiven Übernahme von Risiken durch private oder öffentliche Institutionen, Castel 1995) hatten und haben weitreichende Konsequenzen für die Funktionsweise, öffentliche Wahrnehmung und Legitimität staatlicher und suprastaatlicher Institutionen (Streeck 2013; Gaxie, Hubé & Rowell 2011). Der Prozess der europäischen Wirtschaftsintegration verweist somit direkt auf die Frage nach einer «Europäisierung» sozialer Phänomene und institutioneller Dynamiken sowie auf die Ungleichzeitigkeit ökonomischen, politischen, sozialen und kulturellen Wandels in Europa.

Im Fokus der Forschungsgruppe liegt jedoch nicht der Vergleich oder die Klassifizierung nationaler Wohlfahrtssysteme (Esping-Andersen 1999; Therborn 2000), sondern die Beschäftigung mit Akteursnetzwerken, sowie Verflechtungen und Transferprozessen über nationale oder systemische Grenzen hinweg (Rodgers 1998; Metzler & Letwin 2008; Zimmermann & Werner 2002). Mit dem Wandel nationaler und «europäischer» Wohlfahrtsinstitutionen verändern sich auch die Erwartungen und Handlungsoptionen der betroffenen Subjekte – sowohl die der Unionsbürger als auch die von «Nicht-Europäern». Institutioneller Wandel steht in einem direkten Verhältnis zu den Chancen der unterschiedlichen Subjekte auf soziale und politische Teilhabe, Selbstverwirklichung und ihrem Umgang mit den bürokratischen Instrumenten und Anrufungen staatlicher und suprastaatlicher Natur. Er lässt sich nicht ohne einen differenzierten Blick auf Akteure und ihr Handeln innerhalb (und außerhalb) dieser Institutionen erklären (Streeck & Thelen 2005:19). Es gilt daher, nicht nur die großen Bewegungen und langfristigen Prozesse zu verstehen und zu erklären, sondern auch die ganz konkreten «Bühnen» (Zimmermann 2006:15) auszumachen auf denen Akteure (neue) Kategorien des Handelns generieren, sie sich aneignen (Lüdtke 1997) und individuelle Chancen oder Beschränkungen verhandeln. Ein Schwerpunkt der Forschungsgruppe Sozialstaat liegt dementsprechend auf der Mikroebene systemübergreifender Institutionalisierungsprozesse aus wirtschafts-, sozial-, und geschichtswissenschaftlicher Perspektive. Mehr als für eine reine Bestandsaufnahme interessiert sich das Thematische Netzwerk für die Entstehungsprozesse dieser Institutionen, ihre alltägliche Aneignung durch und Wirkung auf die Individuen sowie für die Kompromisse und Spielregeln mit denen die beteiligten Akteure sie instituieren und beeinflussen. Die Arbeitsgruppe wird entsprechend Produktion, Verwendung und Effekte von Institutionen als Einheit untersuchen.

Dabei kann auf vorhandene Forschungsergebnisse aufgebaut werden. Sozialstaatliche Systeme in Europa sind bereits seit geraumer Zeit Gegenstand eines breiten interdisziplinären Forschungsinteresses – die Zusammensetzung der Arbeitsgruppe, die aus zahlreichen renommierten Expertinnen und Experten im Bereich der Sozialstaatsforschung besteht, belegt diesen Befund eindrücklich. Aufbauend auf dieses Wissen ist es möglich, neue Verbindungslinien zu benennen, die im Rahmen des hier beantragten Thematischen Netzwerkes bearbeitet werden sollen.

Die Arbeitsgruppe wird sich daher mit vier inhaltlichen Themenkomplexen (Generationenbeziehungen & Demographie; (Un)gleichheiten; Wissen & Statistik; Arbeit), sowie drei dazu quer liegenden methodischen Arbeitsfeldern (Europäisierung; Socio-Histoire; Capability-Soziologie) befassen. Dabei kann auf vorangegangene Arbeiten zurückgegriffen werden, deren Themen und Fragestellungen jedoch hier erweitert und neu zueinander in Beziehung gesetzt werden sollen. Bei allen sechs Bereichen handelt es sich um Themen und Ansätze, die vor allem in der Kombination dazu geeignet sind, forschungspraktische Synergieeffekte zu produzieren und so neue Erkenntnisse zu generieren. Die drei ausgewählten methodologischen Untersuchungsansätze liegen an der Schnittstelle zwischen den Disziplinen und ermöglichen somit den Dialog zwischen Institutionen, ÖkonomInnen, HistorikerInnen und SoziologInnen.  

 

Thematische Arbeitsfelder

Die oben genannten Felder sollen im Folgenden kurz skizziert und zueinander in Beziehung gesetzt werden, um das geplante Arbeitsprogramm des Thematischen Netzwerkes zu verdeutlichen:

1.     Generationenbeziehungen & Demographie : Während es in Deutschland bereits Studien zu strukturellen, normativen und kulturellen Dimensionen von Generationenbeziehungen in Wohlfahrtsstaatlichen (Sub)Systemen – vor allem in der Alterssicherung – gibt (vgl. Conrad 1994 ; Hardach 2004 ; Tremmel 2009; Blasche & Döring 1998; Parnes & Vedder 2008) ist dieser Themenkomplex in der französischen Forschung bisher tendenziell unterrepräsentiert. Gilt in Deutschland vor allem im Bereich umlagefinanzierter Alterssicherungsmodelle «Generation als Argument» (May 2010), geht es im französischen Kontext bislang eher um Fragen politischer Teilhabe und Repräsentation, die wiederum in der deutschen Debatte oft vernachlässigt werden. Obwohl auch in Frankreich strukturelle und normative Fragen einen Stellenwert haben (Chauvel 2010; Grosseries 2004), lassen sich die beiden Forschungstraditionen bisher nur schwer vergleichen. Entsprechend existiert kaum wissenschaftliche Kommunikation, geschweige denn gemeinsame Forschung im deutsch-französischen oder auch europäischen Kontext zum Thema intergenerationeller Beziehungen, Transfers oder normativer Konzepte. In Anbetracht des stetigen Wandels demographischer Trends in Europa, der zunehmend sichtbare Effekte für soziale und politische Institutionen zeitigt (Vogel, Kersten & Neu 2012, Lechevalier 2010) scheint eine Vertiefung der Forschungsdebatte um Generationenbeziehungen jedoch geboten. Sowohl der Wandel intergenerationeller Beziehung in und durch den Prozess der europäischen Integration auf der Ebene der gemeinsamen Alterssicherungs- und Bildungspolitik (s. Forschungsprojekt v. Heike Wieters), als auch die Etablierung von sozialen und politisch-administrativen Kategorien (wie beispielsweise die der «Pflegebedürftigkeit», s. Forschungsprojekt v. Karim Fertikh, s. auch Lechevalier & Ulmo 2001) im Bereich der Daseinsfürsorge sollen im Rahmen des Thematischen Netzwerkes prominent verhandelt werden. Vor allem sozio-historische Ansätze (s. Methoden Punkt 2), die nach Handlungskategorien, Akteuren und Orten, an denen diese Kategorien ausgehandelt werden, fragen (Zimmermann 2006a) sowie Forschungsperspektiven, die die Selbstverwirklichungschancen (s. auch Methodenpunkt 3) «alter» und «junger» Europäerinnen und Europäer innerhalb sozialstaatlicher Systeme im Wandel in den Mittelpunkt stellen, werden eine wichtige Rolle spielen.

2.     Gleichheit & Ungleichheit: Sozialstaatliche Maßnahmen und Institutionen werden erst vor dem Hintergrund einer Einbettung in ihre spezifischen rechts- und ordnungspolitischen sowie sozialreformerisch-normativen Kontexte zu einem tatsächlichen Forschungsgegenstand (Metzler 2003). Dennoch lässt sich als gemeinsames und grundlegendes Funktionsdispositiv staatlicher Wohlfahrt der gesellschaftliche Umgang mit sozio-ökonomischer, politischer, sowie normativer Gleichheit bzw. Ungleichheit beschreiben (Kaelble 2007; Rosanvallon 2013, Paugam 2010). Die Frage, welche Rolle (Un)gleichheit für die Wahrnehmung und Untersuchung von gesellschaftlicher Wirklichkeit spielt, ist dabei nicht voraussetzungsfrei. Ob Ungleichheit ein (auch durch Erforschung und Vermessung) zu überwindendes gesellschaftliches Übel, oder aber die Grundlage gesellschaftlicher Komplexität, Mobilität und Innovation ist, bleibt strittig (Mergel 2013). An diesen Befund lässt sich in einer interdisziplinären Arbeitsgruppe anknüpfen. Denn der Wandel des Umgangs mit Gleichheit und Ungleichheit in Europa lässt sich sowohl auf normativ-politischer Ebene erfassen (Rosanvallon 2013), als auch in Bezug auf Strukturen, Verteilungsfragen (Offe 1969; Kaelble 1983, Wehler 2013), Zugangschancen oder Subjektivierungsweisen (s. Punkt 6) untersuchen. Die Fragen wo, wie und auf welchen Ebenen staatliche Strukturen und wohlfahrtsstaatliche Institutionen Ungleichheit nicht nur fortschreiben, sondern gar neu produzieren, ist für viele Bereiche (und gerade für den Bereich intergenerationeller Beziehungen im Kontext Europa) nach wie vor offen (Emmenegger, Häusermann & Palier 2012). Zudem lohnt es sich auf der Ebene der Subjekte und ihrer Praktiken genauer hinzuschauen und ihren Umgang mit ökonomischer, sozialer oder politischer Ungleichheit, bzw. Inklusions- und Exklusionsmechanismen zu betrachten. Die Frage, ob (und wenn ja wie und wo genau) «Europa» zum neuen Referenzraum wird, innerhalb dessen (Un)Gleichheiten im Bereich staatlicher Wohlfahrt verhandelt, verstärkt oder nivelliert werden, fällt daher in den unmittelbaren Fokus der Arbeitsgruppe.

3.     Wissen & Statistik: In den letzten Jahren sind verschiedene Arbeiten über Wissen(skulturen) im und vom Sozialstaat entstanden, die sowohl den Bereich öffentlicher Politik und Verwaltung als auch die Expansion und Professionalisierung von Experten(netzwerken) betreffen (Topalov 1994 & 1999; Zimmermann 2000; Serre 2009; Nützenadel 2005). Der Prozess der «Verwissenschaftlichung des Sozialen» ( Raphael 1996 ) ist im nationalen Kontext umfassend untersucht worden (Hockerts 1998; Etzemüller 2009; Engström, Thom & Hess 2005). Der Prozess der europäischen Integration stellt diesen methodologischen Nationalismus jedoch zunehmend in Frage (Raphael 2006) und zwingt dazu, die Entwicklung von Akteuren und Institutionen mehrdimensional, das heißt sowohl lokal, regional, national und europäisch zu erfassen (Büttner 2014). Hier soll das Thematische Netzwerk inhaltlich anknüpfen, indem es sich mit der Frage der «Europäisierung» von Wissen über den Sozialstaat und seine Institutionen beschäftigt. Vor allem die Herausbildung und Entwicklung europäischer Expertennetzwerke,  spezifisch europäischer Kapitale und Kompetenzen, sowie die Mobilisierung von «Europa» als (diskursive und materielle) Ressource für diese Experten soll dabei ins Zentrum gerückt werden (Delassalle & Georgakakis 2007; Georgakakis 2012). Der Aufbau suprastaatlicher Verwaltungsapparate geht einher mit dem Bedürfnis nach wissenschaftlicher Expertise und Politikberatung, sowohl durch staatliche Verwaltungsexperten als auch durch private Consultingfirmen, Think Tanks oder Lobbygruppen. Derartige Prozesse sind zentral für das Verständnis der räumlichen und zeitlichen Dimensionen sowie Konvergenzen  und Divergenzen wohlfahrtstaatlicher Reformen in Europa. «Europäisierung» von Sozialpolitik lässt sich daher hervorragend vermittels der Zirkulation von ExpertInnen und neuer Kategorien öffentlichen Handelns untersuchen. Gerade hier ist jedoch der Verweis auf nationale und internationale Expertenkulturen und die Suche nach den Transmissionsriemen von (Verwaltungs-)Wissen zwischen nationaler und europäischer Ebene zentral (Gheorghiu 2012; s. auch Forschungsprojekt von Hadrien Clouet zur Teilzeitbeschäftigung). Zudem sind gerade im Bereich öffentlicher Anerkennung und Kanonisierung von Wissensbeständen zahlreiche Fragen offen. Die Orte und Konfigurationen, die Sichtbarkeit und Hegemoniefähigkeit bestimmter Ideen und Praktiken fördern (Akademische Institutionen, besonders gut vernetzte Consultingfirmen/Think Tanks, oder Internationale Organisationen, etc.), stellen daher ein zentrales Forschungsgebiet der Gruppe dar (Colletis 2010, s. auch Projekte von Hugo Canihac und Mariette Fink). Doch Wissen wird in Europa nicht nur «konsumiert» und genutzt; die europäischen Institutionen produzieren auch neues Wissen. Organisationen wie Eurostat beispielsweise  (s. Forschungsprojekt von Anne Lammers) verwerten und strukturieren nationale statistische Daten und generieren so neues Wissen über Europa und seine Bürgerinnen (Michel 2009, Wagner 2012). Statistiken sowie die durch sie konstruierte soziale Wirklichkeit (Boltanski 1982; Desrosière 2004) sind daher ein weiteres zentrales Forschungsfeld der Arbeitsgruppe. Erhebung und Verwertung statistischer Daten begründen zahlreiche praktische Arrangements und Verwaltungstätigkeiten, die die europäische Sozialpolitik und die sie umsetzenden Institutionen massiv beeinflussen (Pénissat & Rowell 2012, s. auch Projekt von Alice Lavabre). Das Thematische Netzwerk soll hier anknüpfen und sowohl nach Konstruktion als auch Verwertung von statistischem Wissen über Europa fragen.

 4.     Arbeit: Historisch betrachtet haben vor allem der massive gesellschaftliche Druck der Arbeiterbewegung und die aus der Gruppe der neuen Lohnabhängigen hervorgegangenen sozialen Bewegungen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts eine zentrale Rolle für die Entstehung der europäischen Sozialstaaten gespielt (Castel 1995). Die zu jener Zeit entstehenden unterschiedlichen Solidarsysteme (oftmals zusammengefasst unter dem Begriff der Sozialversicherung(en)), die zumeist die Bereiche Krankheit, Mutterschaft, Arbeitsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit und Alter abdeckten) stützten sich fast durchgängig auf eine partielle Absicherung von Risiken, die durch Arbeit oder den Verlust derselben zu Stande kamen. Die verschiedenen Sozialversicherungszweige basierten auf handlungs- und argumentationsbestimmenden Kategorien und Logiken, die sich im Laufe der Zeit verändern (Thompson 1964; Welskopp 2000; Wagner, Didry & Zimmermann 1999, siehe dazu auch das Forschungsprojekt von Sarah Haßdenteufel). 

Die von Castel beschriebene „neue soziale Frage“ hat das bestehende Solidar-Modell ins Wanken gebracht und neue Handlungsspielräume entstehen lassen: Die individuelle Verantwortung für Karriereplanung ersetzt den kollektiven Beschäftigungsschutz, Anreize zur Arbeit den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Dadurch erwachsen neue Beziehungen und Herausforderungen für bestehende Formen sozialer Sicherheit: Die Zunahme prekärer Beschäftigung, ein wachsender Niedriglohnsektor und verschwimmende Grenzen zwischen „Arbeit“ und „Nicht-Arbeit“  haben zu neuen Begrifflichkeiten und neuen Kategorisierungen von  Arbeitslosen/Arbeitssuchenden in den Arbeitsagenturen/Jobcentern geführt (Castel 1995; Paugam 1996).  Die unterschiedlichen Spielarten „aktivierender“ arbeitspolitischer Maßnahmen und die Pluralisierung von Beschäftigungsformen (von Unterbeschäftigung bis hin zur Arbeitslosigkeit) in Europa erlauben einen Überblick über den Wandel der europäischen Gesellschaften und ihrer Solidarinstitutionen. Derartige neue Konfigurationen erweitern das Beziehungsgeflecht  zwischen Arbeitnehmern, Arbeitgebern, den Empfängern von Arbeitslosengeld und den mit Arbeitsfragen befassten Sachbearbeitern in den öffentlichen Verwaltungen (Dubois 2007; siehe dazu außerdem die Forschungsprojekte von Hadrien Clouet und Francesco Laruffa). Sie werfen die Fragen nach den Möglichkeiten der aktiven Aneignung neuer „Rechte“  (z.B. Recht auf Bildung, Recht auf Gleichbehandlung, etc.) und den Reaktionen auf staatliche Anrufungen durch die Betroffenen auf (Wobbe 2009; Zimmermann 2001 & 2005). Entgegen der häufig dominierenden Untersuchung dieser Effekte und Entwicklungen im nationalen Entstehungskontext  erforscht die  Arbeitsgruppe Sozialstaat  „europäische“  Transfer- und Verflechtungsprozesse  institutionellen Wandels, „europäische“ Identitätsbildungsprozesse und  kategoriale Verschiebungen im Bereich der Arbeit und Arbeitslosigkeit auf  europäischer Ebene (vgl. Nicolas Briot und Hadrian Clouet). Zudem werden kollektive Aneignungsprozesse und Kämpfe um Gleichbehandlung, besonders im Kontext von Aktionsprogrammen gegen Geschlechtsdiskriminierung untersucht. (vgl. Forschungsprojekt von Mariette Fink). Die Arbeitsgruppe Sozialstaat befasst sich daher mit den komplexen Beziehungen zwischen den öffentlichen Institutionen und (Leistungs-)Empfängern, zwischen Arbeitnehmern, Arbeitgebern, Öffentlichkeit und Politik, sowie mit der Entstehung und Verwendung neuer Begriffe und Kategorisierungen und deren Aneignung durch die Individuen.

 

Methodische Zugänge

1.     Europäisierung: Der Begriff der Europäisierung hat eine lange Tradition in den Sozial- und Politikwissenschaften, wo er als analytisch-deskriptives Konzept zur Erfassung und Beschreibung neuer Formen genuin europäischer Governance- und Institutionalisierungsprozesse (vor allem ab den 1990er Jahren) verwendet wird. In den letzten Jahren ist der Begriff zunehmend auch in den Geschichtswissenschaften aufgegriffen worden, wobei bestimmte normativ-teleologische Konnotationen des sozialwissenschaftlichen Konzeptes hinterfragt und kritisiert wurden (Patel &Hirschhausen 2010). Europäisierung ist somit weder eine Einbahnstraße an dessen Ende notwendig ein geeintes Europa stehen muss, noch lassen sich problemlos prädestinierte Untersuchungsgegenstände oder -orte festlegen anhand derer sich eine gradlinig verlaufende Europäisierung untersuchen oder nachweisen ließe. Neue oder sich wandelnde europäische Formen der Bezugnahme, Vereinheitlichung oder Kompetenzübertragung lassen sich sowohl auf politischer, sozialer, kultureller, juristischer und ökonomischer Ebene nachweisen – jeweils in Hinblick auf Strukturen und Institutionen sowie Ideen, Konzepte und Alltagspraktiken. Auch Gegenbewegungen, Entflechtung oder Rückbezüge auf nationale oder regionale Traditionen, Institutionen oder Ressourcen werden immer sichtbarer (Patel 2014). Europäisierung muss daher notwendigerweise sowohl in räumlicher als auch zeitlicher Hinsicht mehrdimensional gedacht werden: Verschiedene Europäisierungsprozesse können parallel oder gegenläufig, sich überkreuzend/unterbrechend oder vollkommen ungleichzeitig verlaufen, wie die aktuelle Disparität zwischen wirtschaftlicher und politischer Integration innerhalb der EU zeigt. Dieser Befund gilt auch und gerade für die Institutionen sozialer Sicherheit in Europa. Während bestimmte wirtschaftsnahe Bereiche, wie beispielsweise die aus der Arbeitnehmerfreizügigkeit folgende europäische Angleichung von Alterssicherungsbezügen, früh im Rahmen der EGKS harmonisiert und so vor allem institutionell und rechtlich europäisiert wurden, folgten andere Bereiche und Institutionen anderen Logiken. Die im Kern nach wie vor national überdeterminierten Wohlfahrtssysteme stehen gleichwohl zunehmend in einem institutionellen Wettbewerb, in dem die Europäische Union als (auch finanzielle) Ressource und Referenzraum fungiert und in dem langsam auch genuin europäische Sozialpolitiken entstehen (Lamping 2008). Der Fokus der Arbeitsgruppe wird hier vor allem auf den vielschichtigen Lern- und Transferprozessen liegen, die sowohl durch europäische Experten, Wirtschafts- und Politikberater (Büttner 2014; Nützenadel 2005) als auch über direkten institutionellen Austausch und zunehmend standardisierte (und oftmals eher «internationale» statt «europäische») Verfahren und Managementtechniken vorangetrieben wurden.

2.     Socio-Histoire: «Begriffe wie Gesellschaft, Solidargemeinschaft und Rechtskategorien wie Souveränität oder Gleichbehandlungsprinzip stehen historisch aber auch konzeptuell in einem Zusammenhang mit den Entwicklungen des Nationalstaats. […] Die Europäisierung gesellschaftlicher Beziehungen und politischer Prozesse führt jedoch zu veränderten Handlungsoptionen und Problemdefinitionen […und] verlangt nach einer Neubestimmung von Begriffen und Kategorien, die der Genese und Wirkung nationalstaatlich verankerter Handlungsoptionen und Problemdefinitionen Rechnung trägt» (Eigmüller & Tietze 2012). Dieser Befund gilt in besonderer Art und Weise für das Thema der Arbeitsgruppe und des hier beantragten Thematischen Netzwerks «Sozialstaat», dessen sich wandelnde Begrifflichkeiten und Instrumente für eine Untersuchung mittels des bereits in den 1980er Jahren in Frankreich entwickelten Ansatzes der «Socio-Histoire» wie gemacht erscheinen (Déloye 2007; Offerlé 2002; Noiriel 2006, Pollet 2012; Payre, Pollet 2013; Salais Baverez Reynaud 1986; Zimmermann 2006a). Diese Perspektive erlaubt es soziale Institutionen zu denaturalisieren und Objektivierungs- und Verdinglichungsprozesse in den konkreten Interaktionen der sie gestaltenden Akteure zu untersuchen (Berger & Luckmann 1966). Die Socio-Histoire versucht den Blick von großen Ideen oder Erzählungen auf der Makroebene in Richtung eher mikroperspektivischer Untersuchungen zu verschieben, um so Konflikte, Aushandlungsprozesse, und Bedeutungsverschiebungen im Bereich konkreter Handlungen und Begriffe zu untersuchen. Dabei rückt vor allem die Akteursebene, auch in prosopographischer Hinsicht, in den Mittelpunkt. Durch einen dezidiert historischen und soziologischen Fokus auf den Entstehungskontext, die Bedeutungsverschiebungen sowie die langfristigen Effekte neuer Praktiken und Kategorien in konkreten Interaktionen zwischen verschiedenen Akteuren (Bürokraten und Bürgern, «Arbeitsvermittlern» und «Leistungsempfängern», etc.) werden die Transformationsprozesse, die die europäischen Sozialstaaten und ihre Bürgerinnen und Bürger erfasst haben, erst konkret und sichtbar. Dahinter stehen mehrere methodologische Interessen: Erstens geht es darum, die Bedeutungen und Kategorisierungen sozialpolitischer Instrumente zum Zeitpunkt ihrer Entstehung sowie im zeitlichen Wandel zu erfassen; zweitens sollen diese Instrumente und Institutionen als Ergebnis von gesellschaftlichen Kompromissen und Aushandlungsprozessen in Erinnerung gebracht werden. Schließlich können derart auch der Einfluss und die Effekte dieser Kategorien und Institutionen auf den Alltag der Subjekte untersucht werden.

3.     Capability Soziologie: Der bereits in den frühen 1980er Jahren von Amartya Sen in Kooperation mit Martha Nussbaum entwickelte Capability Approach befasst sich mit der Erweiterung und Umgestaltung herkömmlicher Konzepte der Messung individueller sowie kollektiver Wohlfahrt (Sen 1980 &; Sen 1985; Sen & Nussbaum 1992). Indem Sen und Nussbaum auf die Eindimensionalität von Einkommensdaten und BIP als Indikatoren für «Well-being» und gesellschaftliche Entwicklung verwiesen und mit dem ausdifferenzierten Konzept der Capabilities oder «Selbstverwirklichungschancen» eine alternative und umfassendere Nomenklatur entwickelten, die schließlich unter anderem in den UN Development Index einfloss, erweiterten sie das Verständnis individuellen und gesellschaftlichen ökonomischen Handelns: Nicht allein Zweckrationalität und utilitaristische Motive, sondern auch soziale Bindungen, differenzierte Handlungsoptionen und (subjektive) Freiheitsgrade sind starke Kriterien für «gutes» Leben und Wirtschaften. Diese wirtschaftswissenschaftliche Konzeption ist von Mitgliedern der Arbeitsgruppe aufgegriffen und in der Folge neu ausgerichtet worden (Zimmermann 2006b; De Munck & Zimmermann 2008). Unsere Lesart des Konzepts unterscheidet sich von der ursprünglichen Verwendung durch Sen und Nussbaum und konzentriert sich stark auf Aneignungsprozesse sozialer Rechte durch ihre Träger in verschiedenen Alltagssituationen (Lüdtke 1997; Rowell 2006). Durch diese Verschiebung der Perspektive wird es möglich die Fähigkeiten individueller Akteure, soziale Rechte oder finanzielle Unterstützung durch öffentliche Einrichtungen auch gewinnbringend zu nutzen, einzuschätzen und somit Aussagen über die Effekte sozialpolitischer Maßnahmen zu treffen. Diese Verwendung des Begriffes der Capability erlaubt es, konkrete  Programme auf die Probe zu stellen und die Alltagstauglichkeit sozialpolitischer Instrumente (Recht auf Bildung, Elternzeit, etc.) für die Betroffenen zu überprüfen. Perpetuieren und akzentuieren aktuelle und vergangene Reformen wohlfahrtsstaatlicher Systeme tatsächlich Flexibilität und Individualität, oder schränken sie Handlungsoptionen und individuelle Freiheiten zusätzlich ein, indem sie etablierte Verfahren sozialer Sicherheit und intergenerationeller Transferbeziehungen in einem beschleunigten Prozess demontieren? (Gilbert 2002; s. auch Forschungsprojekt Francesco Laruffa zu «Zumutbarkeitskriterien» von Lohnarbeit). Die Arbeitsgruppe Sozialstaat wird den Blick vor allem auf die Akteure und ihren Umgang mit neuen bürokratischen Verfahren und Ordnungssystemen lenken. Eine pragmatisch-sozialwissenschaftliche Lesart des Capability Ansatzes verspricht hier neue Erkenntnisse sowohl über die Bedingungen als auch über die Effekte des Zusammenspiels von Bürokratie und Subjekten im Bereich der Wohlfahrt in Europa.

 

 

 

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