Bericht über die Herbstuniversität 2015 des deutsch-französischen Forschungsnetzwerks „Saisir l’Europe – Europa als Herausforderung“,

Working paper
Autor_innen: 
Saisir l'Europe

Bericht über die Herbstuniversität des deutsch-französischen Forschungsnetzwerks
„Saisir l’Europe – Europa als Herausforderung“,
29. September bis 2. Oktober 2015 in der Moulin d’Andé (Normandie)

Das seit Oktober 2012 bestehende deutsch-französische Forschungsnetzwerk „Saisir l’Europe – Europa als Herausforderung“ setzt sich aus folgenden sieben Wissenschaftseinrichtungen zusammen: Centre Marc Bloch Berlin (CMB), CIERA Paris, Deutsches Historisches Institut Paris (DHI), Fondation Maison des sciences de l’homme (FMSH) in Paris, Goethe-Universität Frankfurt, Humboldt-Universität Berlin und Deutsch-französisches Institut für Geschichts- und Sozialwissenschaften (IFRA/SHS) in Frankfurt (ehemals Institut français d’histoire en Allemagne) (http://www.europa-als-herausforderung.eu). Ein deutsch-französisches Leitungsgremium mit dem Vorsitz der zwei Sprecher, Prof. Dr. Gabriele Metzler (HU Berlin) und Prof. Dr. Michael Werner (EHESS Paris), leitet den Verbund.

© by CIERA: Prof. Dr. Michael Werner und Prof. Dr. Gabriele Metzler

Das Netzwerk verbindet die drei Teilprojekte „Sozialstaat“, „Nachhaltigkeit“ und „Urbane Gewalträume“. Jedes dieser Teilprojekte ist sowohl in Deutschland als auch in Frankreich verankert und wird von einem deutschen und einem französischen Postdoc gemeinsam geleitet. Das Teilprojekt „Sozialstaat“ ist an der Humboldt-Universität Berlin und am Forschungszentrum Centre Georg Simmel (UMR 8131) in Paris angesiedelt und wird von Dr. Heike Wieters und Dr. Karim Fertikh geleitet. In dieser Forschungsachse sind die Promovierenden Anne Lammers, Francesco Laruffa und Alice Lavabre tätig. Das zweite Teilprojekt zur Forschungsthematik „Nachhaltigkeit“ hat mit Dr. Rosa Sierra an der Goethe-Universität Frankfurt und mit Dr. Anahita Grisoni am Forschungszentrum „Environnement, Ville, Société“ (UMR 5600) in Lyon ebenfalls zwei Standorte. Susanne Börner, Jonas Kaesler und Anaïs Volin sind als Promovierende im Projekt angestellt. Das dritte Teilprojekt „Urbane Gewalträume“ wird von Dr. Teresa Koloma Beck vom Centre Marc Bloch in Berlin und von Dr. Ariane Jossin vom Forschungszentrum IRICE (UMR 8138) in Paris geleitet. Als Promovierende arbeiten Katharina Schmitten, Anthony Pregnolato und Marion Uhle in diesem Forschungsbereich. Dazu kommen für jedes der drei Teilprojekte assoziierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie assoziierte Doktorandinnen und Doktoranden. Insgesamt verbindet der Forschungsverbund „Saisir l’Europe“ über fünfzig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Das Verbundprojekt wird von deutscher Seite vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und von französischer Seite vom Ministère de l´Éducation nationale, de l´Enseignement supérieur et de la Recherche (MESR) gefördert.

 

© by CIERA: Moulin d’Andé in der Normandie
Einmal jährlich finden sich alle am Netzwerk beteiligten Personen zu einer gemeinsamen Veranstaltung zusammen, die den jährlichen Höhepunkt der wissenschaftlichen Zusammenarbeit darstellt. In diesem Jahr fand das Jahrestreffen in Form einer „Herbstuniversität“ vom 29. September bis zum 2. Oktober 2015 in der Moulin d’Andé in der Normandie statt. Die rund fünfzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter zwanzig Promovierende, hatten sich zum Ziel gesetzt, das Thema Gerechtigkeit als Problemfeld europäischer Politik und Gesellschaft gemeinsam zu diskutieren. Die Herbstuniversität „Europa und die Konstruktion von Recht und Gerechtigkeit: Krise, Gerechtigkeit(en)/ Ungerechtigkeiten und Solidarität“ sollte eine transversale und interdisziplinäre Diskussion ermöglichen. Die Veranstaltung wurde, wie auch ihre Vorgängerin im Vorjahr, von der Deutsch-Französischen Hochschule finanziell unterstützt. 2015 wurde die Finanzierung zur Hälfte vom MESR übernommen.

 

© by CIERA: Gruppenfoto von „Saisir l’Europe“
Die Begriffe „Recht“ und „Gerechtigkeit“ sind zentral für die Konstruktion des modernen Europa und stellen somit für eine Forschung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Europa anders zu denken, eine essentielle Herausforderung dar.
Der Begriff „Gerechtigkeit“ erlaubt es den Forscherinnen und Forschern der verschiedenen Disziplinen, sich einerseits mit Diskursen, andererseits mit gesellschaftlicher und rechtlicher Praxis zu beschäftigen. Der Begriff der Gerechtigkeit wurde im Rahmen dieser Herbstuniversität in zwei miteinander verbundenen Bedeutungen (Supiot 2010) diskutiert. Die erste Bedeutung umfasst Gerechtigkeit als Diskurs über Recht und Unrecht, über die Grundsätze der Verteilung von Ressourcen, über die Anerkennung und die Risiken innerhalb einer Gesellschaft, die zwischen Generationen oder Bevölkerungsgruppen immer wieder neu verhandelt werden müssen (de Munck, Zimmermann 2005, Jonas 1979, Hardach 2006, Fraser 2005, Hauchecorne 2011, Grosseries 2004 und 2009, Sen 1982). Solche Prozesse weisen weit über Europa hinaus und es stellt sich die Frage, wie man Gerechtigkeitsfragen auf der transnationalen Ebene betrachten kann. Parallel dazu sollte im Rahmen der Herbstuniversität eine zweite Übersetzungsvariante des französischen Begriffs „justice“, nämlich diejenige der Justiz als Institution, hinterfragt werden. Diese Ebene umfasst die Gesamtheit der öffentlichen und privaten Einrichtungen, die Recht sprechen, sowie die verschiedenen Arten und Weisen, in denen allgemeine Prinzipien sozialer Gerechtigkeit zu Recht gemacht, verrechtlicht und vor Gerichten eingefordert werden.

Alle Forschungsarbeiten der am Projekt beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beschäftigen sich in der einen oder anderen Form mit dem Gerechtigkeitsbegriff. Durch die unterschiedlichen Perspektiven der vertretenen Disziplinen – Geschichtswissenschaften, Politikwissenschaft, Soziologie, Philosophie, Rechtswissenschaft und Geografie – entstand ein fruchtbarer Dialog rund um die aufgeworfenen Fragestellungen. Bei der Planung dieser Herbstuniversität wurde besonderer Wert darauf gelegt, nicht nur in den einzelnen Forschungsachsen interdisziplinär zu diskutieren, sondern auch teilprojektübergreifend zu arbeiten.

© by CIERA: Bénédicte Zimmermann und Evelyne Lagrange

Um einen interdisziplinären und transversalen Dialog und Austausch zu ermöglichen, wurden folgende Veranstaltungsformen angeboten: Erstens waren wissenschaftliche Vorträge zum Thema „Recht und Gerechtigkeit“ von Expertinnen und Experten außerhalb des Forschungsnetzwerks geplant. Prof. Dr. Evelyne Lagrange, Professorin für Staatsrecht an der Universität-Paris 1 (Panthéon-Sorbonne), hielt einen Vortrag mit dem Titel „Vous avez dit justice?“. In ihrem Vortrag erklärte sie die juristischen Herausforderungen und Zusammenhänge bei internationalen Investitionen. Sie erläuterte die juristische Vorgehensweise mit vielen konkreten Beispielen und Zahlen. Aufgrund des Transatlantischen Freihandelsabkommens (TTIP Transatlantic Trade and Investment Partnership, früher TAFTA Trans-Atlantic Free Trade Agreement) zwischen der EU und den USA vom Juli 2013 ist diese Thematik aktueller denn je. Ihr Vortrag stieß beim Publikum auf reges Interesse. Der zweite geplante Vortrag „A Cosmopolitan Critique of Global Inequality“ von Prof. Dr. Darrel Moellendorf (Goethe-Universität Frankfurt) fand nicht statt, da er sein Kommen aus persönlichen Gründen leider kurzfristig absagen musste.
Den Hauptteil des Programms stellten verschiedene Workshopformate dar. Gleich am ersten Tag fand ein von den Doktorandinnen und Doktoranden selbst organisiertes Seminar statt. Es gab ihnen die Möglichkeit, sich über ihren aktuellen Forschungsstand auszutauschen. Einerseits konnten sie hier über die Einbettung ihrer jeweils individuellen Forschungsarbeit in ihr jeweiliges Teilprojekt und in den gesamten Forschungsverbund reflektieren. Andererseits diskutierten sie in Kleingruppen auch darüber, wie ihr jeweiliges Teilprojekt mit der zentralen Fragestellung des Forschungsverbunds verbunden ist. Gleichzeitig wurde in diesem Rahmen auch die Präsentation der drei Teilprojekte vorbereitet, die sie am nächsten Tag bei der Generalversammlung dem gesamten Plenum vorstellen sollten. Parallel zu diesem Seminar versammelten sich alle anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Herbstuniversität zu einer Besprechung bezüglich der Planung des Jahrestreffens für 2016.

Am zweiten Tag fand ein weiteres von den Promovierenden geleitetes Seminar in Form von Lektüregruppen statt. Sie konnten dafür im Vorfeld zwischen drei Parallelgruppen wählen, in denen je ein Schlüsseltext der Gerechtigkeitsforschung diskutiert wurde. Sie hatten bereits in Vorbereitung auf die Herbstuniversität den entsprechenden Aufsatz gelesen und kurze Stellungnahmen zur Verbindung zwischen dem Referenztext und ihrer eigenen Forschungsarbeit ausgearbeitet. Im Seminar präsentierten sie ihre Überlegungen ihren Kolleginnen und Kollegen und diskutierten anschließend die unterschiedlichen Herangehensweisen an den Text. Bei den drei Texten handelte es sich um „The Moral Economy of the English Crowd in the Eighteenth Century“ von E.P. Thompson (1971), „Two Pictures of Justice“ von Rainer Forst (2014) und um das erste Kapitel von „De la justification. Les économies de la grandeur“ von Luc Boltanski und Laurent Thévenot (1991).

© by CIERA: Eine Arbeitsgruppe der Schreibwerkstatt
Ein weiteres Arbeitsformat waren die sogenannten Schreibwerkstätten, wo jeweils zwei bis drei Promovierende mit zwei erfahrenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ein Kapitel oder Textpassagen aus ihren Qualifikationsarbeiten besprechen konnten. Die Doktorandinnen und Doktoranden hatten bereits im Vorfeld entweder einen Artikelentwurf, einen Vortragstext, einen Bericht über ihre Feldforschung bzw. Archivarbeit oder ein Kapitel ihrer Doktorarbeit abgegeben. Bei der Gruppeneinteilung wurde – im Rahmen der Möglichkeiten – darauf geachtet, dass zumindest einer der beiden Forscherinnen und Forscher aus der gleichen Disziplin wie der Doktorand bzw. die Doktorandin kam. Dieses Format stieß bei den Promovierenden auf große Zustimmung, da sie auf diese Art und Weise sehr intensiv an ihren eigenen Texten arbeiten konnten. Die Tatsache, dass sie konstruktive Kritik und Kommentare auch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern anderer Disziplinen bekamen, trug zu einer neuen Perspektive auf ihre eigene Forschungsarbeit und somit zu einer interdisziplinären Öffnung bei. Es wurde daher auch gebeten, dieses äußerst produktive Format für das nächste Jahrestreffen beizubehalten.

 

 

Bei den Forschungsworkshops hatten die Promovierenden die Wahl zwischen folgenden vier Themen:
1. „ Justice et conflits“ geleitet von Dr. Karim Fertikh und Dr. Teresa Koloma Beck
2. „Justice et égalité“ geleitet von PD Dr. Daniel Schönpflug und Dr. Heike Wieters
3. „Justice et action politique“ geleitet von Dr. Ariane Jossin und Dr. Rosa Sierra
4. „Services publics et biens communs“ geleitet von Dr. Anahita Grisoni

In der ersten Gruppe wurde ausgehend vom historischen Gegenstand des Großen Katzenmassakers, das Robert Darnton so meisterhaft analysiert hat, und der Theorie des sozialen Konflikts von Heinz Messmer, diskutiert, wie sich die Einforderung von Gerechtigkeit in Konflikten äußern kann. Die Arbeitsgruppe berichtete bei der Abschlusssitzung, dass sie auch über die Verwendung der Begriffe „Gerechtigkeit“ und „Ungerechtigkeit“ in der eigenen Arbeit diskutiert habe und es problematisch sei, diese Begriffe zu verwenden, ohne sie an die subjektive Wahrnehmung der betroffenen Akteure zu binden.
Die zweite Gruppe befasste sich mit (Un-)Gleichheit und Gerechtigkeit(sempfinden) in historischer und soziologischer Perspektive. Diskutiert wurden sowohl unterschiedliche Konzepte von Gerechtigkeit als auch damit verbundene Praktiken der Beseitigung (oder Legitimierung) von Ungleichheit durch unterschiedliche gesellschaftliche Akteure. Neben einer ergänzenden Debatte um die Begriffe Recht, Unrecht und Ungleichheit diskutierte die Gruppe auch verschiedene Übersetzungsmöglichkeiten des Begriffs „capability“ in der Bedeutung von Amartya Sens Theorie. Die Gruppe einigte sich schließlich auf den Begriff „Selbstverwirklichungschancen“ als deutsche Übersetzung.
Die dritte Gruppe diskutierte den Gerechtigkeitsbegriff im Kontext von Konzepten der Umverteilung und Anerkennung und anhand der Formulierung von Gerechtigkeitsansprüchen sozialer Bewegungen. Die Doktorandinnen und Doktoranden stellten dabei fest, dass alle von ihnen diskutierten Texte ein außerordentlich enges Verständnis von Gerechtigkeit aufwiesen. In weiterer Folge stellten sie sich daher die Frage, wie weit es sinnvoll sei, ein Verständnis von Gerechtigkeit in einem weiteren Rahmen zu denken.
Die vierte Gruppe widmete sich aus einer komparatistischen Perspektive zwischen Frankreich, Deutschland und Italien der Definition von den Konzepten „Gemeingut“ und „öffentlicher Dienstleistung“ im Europa in der Krise. Die Plausibilität von Elinor Ostroms Ansatz wurde indes infrage gestellt und es wurde ausführlich diskutiert, wie man „communs“ (Gemeingut) stimmiger definieren kann.
Vorbereitet wurde dieser Forschungsworkshop von Dr. Anahita Grisoni und Prof. Dr. Berthold Vogel. Letzterer musste seine Teilnahme am Jahrestreffen aber aus persönlichen Gründen leider kurzfristig absagen.

Den dritten Programmteil machten die gemeinsamen Plenarsitzungen aus. Die Generalversammlung diente vor allem organisatorischen Belangen und bot Anlass für eine Diskussion über gemeinsame Forschungsansätze. Zuerst stellten die Promovierenden die drei Teilprojekte vor, berichteten über ihre Veranstaltungen und teilten den Forschungsstand ihrer Qualifikationsarbeiten mit. Anschließend wurden die transversalen Fragen, die eine Herausforderung an den Forschungsverbund darstellen, besprochen. Dies betrifft vor allem die gemeinsame Publikation von Sammelbänden am Ende der Projektlaufzeit. Nach einer kurzen Stellungnahme der assoziierten Forscherinnen und Forscher wurde ein Ausblick auf das Jahrestreffen 2016 gegeben.

 

© by CIERA: Generalversammlung
Die Gremiumssitzung fand in kleinerem Rahmen statt, da die Doktorandinnen und Doktoranden keine Gremiumsmitglieder sind und parallel zu dieser Sitzung ihre Lektüregruppen stattfanden.
Die Abschlussversammlung am letzten Tag wurde in erster Linie dazu verwendet, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer um Feedback zu den einzelnen Workshops und zum Ertrag der Herbstuniversität insgesamt zu bitten. Als Schlussfolgerung zur Thematik der Herbstuniversität lässt sich festhalten, dass die mehrtägige Debatte zur Zirkulation von zentralen Begriffen durch Disziplinen, Diskursfelder und Zeiten außerordentlich fruchtbar war. Die Beleuchtung und Infragestellung der Beziehung zwischen dem Forscher bzw. der Forscherin und seinem bzw. ihrem Gegenstand war ein weiteres Charakteristikum aller Arbeitsgruppen. Eine zentrale Konstante in beinahe allen Diskussionen war außerdem die Auseinandersetzung mit der normativen Vorstellung von Begriffen wie beispielsweise „Gerechtigkeit“. Auch wenn der Begriff historisiert und distanziert wird, ist eine Diskussion ohne normative Vorstellungen unmöglich.

 

© by CIERA: Die Promovierenden tauschen sich aus
Die transversale Organisationsform dieser Herbstuniversität, welche zu einem intensiven Austausch zwischen den einzelnen Teilprojekten von „Saisir l´Europe“ geführt hat, erwies sich als überaus bereichernd. Sie war in der jetzigen Projektphase auch notwendig, um die Möglichkeit zu eröffnen, aus der Verinselung der Einzelarbeiten herauszukommen und sich zu einem gemeinsamen Forschungsprojekt zusammenzufinden. Durch die Mischung der einzelnen Teilprojektgruppen in den Workshops konnten Überschneidungspunkte identifiziert werden. Dies ist für den Gesamterfolg des Forschungsverbunds und die gemeinsamen Abschlusspublikationen entscheidend. So wurde bei diesem Jahrestreffen die Planung der Sammelbände konkretisiert und überdies beschlossen, dass es neben den Sammelbänden für jede Achse auch einen gemeinsamen vierten Sammelband geben soll, in dem die transversalen Fragen diskutiert werden sollen. Die Interdisziplinarität des Forschungsnetzwerks wird als große Herausforderung empfunden, führt aber gleichzeitig auch zu einer intensiven Befruchtung der Einzelarbeiten. Die Organisation der Schreibwerkstätten und Forschungsworkshops wurde auch von den Postdocs als positive Erfahrung empfunden, da es zu einem Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus einem anderen Teilprojekt kam. Als überaus wichtig wurde es von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern bewertet, dass zwischen den Programmpunkten noch Zeit für Diskussion und informellen Austausch blieb. Dies war in der aktuellen Projektphase anscheinend notwendig, da man beobachten konnte, dass sich zwischen den Programmblöcken spontan kleine Arbeitsgruppen bildeten bzw. informelle Sitzungen in kleinerem Rahmen stattfanden.
Das Projekt „Saisir l’Europe“ befindet sich derzeit inmitten der Kernphase, in der zugleich die Abschlussphase ins Auge gefasst werden muss. In diesem fortgeschrittenen Stadium war das Jahrestreffen von wesentlicher Bedeutung, denn es erlaubte die Überschneidungspunkte zwischen den drei Teilprojekten und die Anbindung an die Forschungsthematik des Verbunds auszumachen und somit einen gelungenen Abschluss des Projekts vorzubereiten.
Das nächste Jahrestreffen wird voraussichtlich von 3. bis 7. Oktober 2016 zum Thema „Europa als Frage: Die Sozialwissenschaften (de)konstruieren einen Kontinent“ in der Villa Vigoni in Italien stattfinden.

 

Der vollständige Text mit Fotos in Broschürenform findet sich als pdf im Anhang

 

Permanente URL: http://www.saisirleurope.eu/node/5759

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