Susanne Börner

Status: 
Doktorand(in)
Teilprojekt: 
Nachhaltigkeit

Institut: 
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

Aktuelles Projekt:

 

Coping with environmental injustice:

Perceptions of self-efficacy and empowerment through community mobilizations in neighborhoods affected by industrial pollution

 

Susanne Börner

Das Dissertationsvorhaben ist an der Schnittstelle von Forschungen zu sozialer Ungleichheit, umweltbezogener Gesundheit, Vulnerabilität und Chancengleichheit angesiedelt. Ausgangspunkt der wissenschaftlichen Diskussion um Umweltgerechtigkeit ist die Frage nach der „sozial gerechten“ Verteilung von Umweltbelastungen wie Lärm, Luftbelastung, Wasserverschmutzung, Müllverbrennungsanlagen und Deponien. Gleichzeitig lässt sich feststellen, dass sich sozio-ökonomisch schlechter gestellte Haushalte sich oftmals nicht in umweltbezogene Beteiligungsprozesse einbringen und sie sich oft ihrer Teilhabemöglichkeiten kaum bewusst sind. Umweltgerechtigkeitstheoretiker wie Schlosberg argumentieren, dass nicht nur Muster unverhältnismäßiger Benachteiligung bestimmter gesellschaftlicher Gruppen im Hinblick auf Umweltbelastungen eine Rolle spielen, sondern dass insbesondere auch ein Mangel an Anerkennung und Teilhabe zur Umweltungerechtigkeit beitragen.

Diese Argumentation übersieht jedoch, dass nicht nur Partizipation an sich, sondern insbesondere die Befähigung zur Teilhabe eine zentrale Rolle spielen. Verfahrensgerechtigkeit – im Sinne einer bedeutsamen Partizipation in umweltbezogenen Planungs- und Entscheidungsprozessen– ist jedoch nur möglich, wenn Individuen oder soziale Gruppen ihre Fähigkeit wahrnehmen, sich in Veränderungsprozesse einzubringen, und diese Fähigkeit auch einsetzen. In diesem Zusammenhang ist es notwendig zu verstehen, wie Personen, die von umweltbedingten Gesundheitsrisiken und -belastungen betroffen sind, angesichts dieser Belastungen denken und handeln und von welchen Vorerfahrungen sie geprägt sind. Im Kontext der Umweltgerechtigkeitsdebatte sollte das Augenmerk hierbei insbesondere auf vulnerablen Stadtquartieren liegen, in denen umweltrelevante Beteiligungsprozesse oft sehr gering sind.

Das vorliegende Promotionsvorhaben setzt sich daher mit der Bewältigungsfähigkeit von Personen aus marginalisierten Stadtvierteln auseinander, die von umweltbedingten Gesundheitsrisiken und -belastungen betroffen sind. Im Fokus des Dissertationsvorhabens steht die Analyse der Wahrnehmung und des Umgangs der Bewohner/Innen hinsichtlich der durch Umweltbelastungen hervorgerufenen Veränderungen ihrer Lebensbedingungen. Anhand von narrativen Interviews soll analysiert werden, welche Erfahrungen Menschen mit Umweltproblemen in ihrem Wohnumfeld gemacht haben und wie ihre biographischen Erfahrungen ihre Wahrnehmungen von Selbstwirksamkeit und dadurch auch ihre Handlungen zur Bewältigung beeinflusst haben.

Konkret werden im Dissertationsvorhaben hierzu eine Fallstudie Europa und eine Fallstudie in Lateinamerika erarbeitet. Die Fallstudien sollen Aufschluss über die Themen zu geben, die kulturübergreifend für das Coping von Personen aus vulnerablen, umweltbelasteten Stadtquartieren wichtig sind sowie Unterschiede aufzeigen. Dadurch soll ein besseres Verständnis im Hinblick darauf entstehen, wie betroffene Individuen und Bevölkerungsgruppen in verschiedenen kulturellen und politischen Kontexten durch Beteiligungsprozesse und Selbstorganisation zu Handelnden in Veränderungsprozessen für mehr Lebensqualität werden können.

Theoretisch nimmt das Dissertationsvorhaben Bezug auf Hobfolls Theorie der Ressourcenerhaltung sowie Ajzens Theorie des geplanten Handelns. Um Hobfolls und Ajzens Theorien miteinander zu verknüpfen, bezieht sich dieses Forschungsvorhaben insbesondere auf Köcklers (2014) „Model on Households’ Vulnerability towards their local Environment“ (MOVE) als Heuristik für das Verständnis von Coping-Strategien. MOVE ist ein theoretisches Modell, das – basierend auf Hobfolls und Ajzens Ansätzen – Bewältigungskapazität (Ressourcen), wahrgenommene Verhaltenskontrolle, Coping-Intentionen und Coping-Handlungen zu einander in Bezug setzt.

 

Studienabschluss

2013

Master of Science in „Technology and Resources Management in the Tropics and Subtropics“, FH Köln (2011-2013)

Master of Science in “Ciencias Ambientales”; Unversidad Autónoma de San Luis Potosí, Mexiko (2011-2013)

2009

Master of Arts in “International Relations and International Organization”, Rijksuniversiteit Groningen (2008-2009)

2008

Bachelor in “European Studies”, Universiteit Maastricht, Niederlande (2005-2008)

Masterarbeit (2011-2013)

Analysis of children’s and adolescents’ perceptions of environmental health risks in vulnerable communities in the city of San Luis Potosí, Mexico

Doktorarbeit (ab 2013)

Chance or Challenge? Analyzing the role of participatory environmental governance for a sustainable development – lessons from and for Europe

Stellen/Praktika

Seit 10/2013

Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Saisir l’Europe – Europa als Herausforderung“, Arbeitsgruppe „Nachhaltigkeit“ an der Goethe-Universität Frankfurt

12/2012 - 03/2013

Wissenschaftliche Hilfskraft bei Prof. Dr. Johannes Hamhaber am Institut für Technologie- und Ressourcenmanagement in den Tropen und Subtropen (ITT), Fachhochschule Köln

Entwicklung eines internationalen Studienmoduls zum Thema Ressourcenmanagement und Governance 

01/2011-06/2011

Praktikantin bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, Eschborn, Abteilung Planung und Entwicklung, Kompetenzfeld Umwelt und Klima

01/2010-12/2010

Assistentin der Geschäftsführung, Wirtschaftsakademie Am Ring Köln

09/2009-12/2009

Praktikantin bei Amnesty International Mexiko, Kommunikationsabteilung

02/2009-06/2009

Praktikantin bei der Konrad Adenauer Stiftung Mexiko

07/2007-08/2008: Wissenschaftliche Hilfskraft bei Prof. Dr. Marjolein van Asselt, Universiteit Maastricht, Niederlande

Mitarbeit in zwei internationalen Forschungsprojekten zu den Themen Risiko und Unsicherheit; inhaltliche Entwicklung von Studienmodulen für den Bachelor „European Studies“ zum Thema Risiko und Unsicherheit

Stipendien

Stipendiatin von DAAD und CONACyT (2011-2013) im Rahmen des binationalen deutsch-mexikanischen Masterprogrammes in Umwelt- und Ressourcenmanagement

Forschungsstipendium vom CNRD für die Teilnahme an einem internationalen Forschungsprojekt zum Thema „Eco-system based disaster risk management“ in Indonesien (2013)

Teilnahme am Honours-Programmme für die besten Studierenden im B.A. European Studies, Universiteit Maastricht

Verbundpartner / partenaires :